| Zurück Moin, nachdem wir uns in diesem Jahr etwas stiekum in die Türkei aufgemacht haben, will ich uns wenigstens ordnungsgemäß zurückmelden ...
Wie schon 2012 haben wir uns in diesem Jahr eher unbekanntere Ziele ausgesucht. Da ich diesmal wenig Lust verspürte, Tagebuch zu führen, weiß ich nicht, ob es zu einem »richtigen« Reisebericht kommen wird, zu ein paar Bildergalerien wird es jedoch sicher reichen – dann, wenn ich die ca. 2.500 Bilder gesichtet und gerafft habe. Hier kurz ein paar Stichworte:
Midassehri (mit dem Kybele-Relief) Beyşehir-See (zweimal am Westufer lang; die schöne kleine Straße macht gerade leider einer breiten Platz) Ereğli (mit dem Hethiter-Relief) Kapuzbaşı im Aladağ-Gebirge – eines der absoluten Highlights. Schwer zu erreichen, aber »der weiteste Weg lohnt!« Die vielen Wasserfälle bieten ein Traumpanorama, untergebracht waren wir in einer Hütte oben auf einem Felsen, versorgt von einer Familie aus dem Dorf. Ein Paradies für Trekker. Halfeti am Euphrat (mit Rumkale etc.) – diesmal, nach über 500 Stichen in einer Nacht vor ein paar Jahren, völlig ohne Mücken! Über die Dörfer und Malatya Richtung Apapgir. Die Strecke von Arapgir nach Kemaliye gehört zum Schönsten, was ich in meiner Motorradhistorie erlebt habe (auch mit dem PKW zu machen). Dann natürlich Kemaliye selbst und die Taş Yolu (siehe 2012). Letztere sind wir zweimal gefahren, da wir für einen Fotobericht in MOTORRAD noch Fahrfotos »nachschießen« mussten. Sehr anstrengend, vor allem das zigfache Wenden auf dem schmalen Pfad, immer den Abgrund vor Augen ... Aber ein Traum. Über Divriği nach Mustafapasha/Kappadokien – geht halt nicht ohne. Wanderungen im Gomeda- und Golgoli-Tal. Ja, und dann einmal voll touristisch, aber eben doch toll: nach Jahren des Zögerns, auch, weil uns das immer zu teuer vorkam, die morgendliche Ballonfahrt. Schon schön ... Dann eben nochmal ein Stück am westlichen Beyşehir-Seeufer vorbei und dann durch die Berge über Aksu nach Sagalassos. Stand schon lange auf der Agenda, lag aber nie am Weg. Sowohl die Fahrt dorthin als auch die Stätte als solche lohnen überaus. Sagalassos hat sicher das Zeug, sich in eine Reihe mit Ephesus, Pergamon und anderen zu stellen. Nach Jahren der Abstinenz haben wir uns dann mal wieder in Patara sehen lassen. Wer kürzlich (und eben auch schon früher) da war, weiß es: eigentlich immer noch der kleine, verschlafene und auf Improvisation setzende Ort (Stichwort: Baustopp). Aber zumindest die Dorfstraße wurde bis hoch zum Hotel Ferah gepflastert. Erstaunt waren wir, was sich in den Jahren bei den Ausgrabungen getan hat, besonders erwähnenswert: der (wirkliche) Leuchtturm, angeblich der älteste bekannte der Welt, und das Bouleuterion – ein Riesenbau direkt gegenüber vom Theater. Wer also vor Jahren schon mal da war – ein erneuter Besuch lohnt durchaus. (Vor einigen Jahren hat es auf der Seite, an der die Straße zum Strand verläuft, großflächig gebrannt, der ganze Hügel ist also derzeit – abgesehen von niedrigem Bewuchs – ziemlich kahl.) Bevor es dann über Keşan wieder nach Griechenland ging, haben wir noch eine Nacht in Salihli verbracht und uns Sardes angeschaut – auch sehr sehenswert, besonders das Gymnasion und der Komplex um das Artemis-Heiligtum.
Das waren die wesentlichen Punkte, die wir angefahren haben, dazu natürlich vieles am Wege, unzählige nette Begegnungen, Leiden bei Passüberquerungen im Regen und bei (gefühlten) Frosttemperaturen usw. Allerdings sind wir gesund geblieben und hatten weder Pannen noch brenzlige Fahrsituationen zu durchstehen.
Das als kurzer Rückblick und als Anregung für die, welche ihren Urlaub noch vor sich haben.
Detlev |