| Re: Wegelagerei Moin,
ich denke, da gibt es den schmalen (okay, manchmal auch nicht so schmalen) Grad zwischen Nötigung und Dreistigkeit auf der einen und einem Verhalten, das eher in Neugier begründet ist, zu unterscheiden. Auf den fast 25000 km, die ich alleine mit dem Motorrad in der TR unterwegs war, verteilten sich derartige Begegnungen etwa eins zu zehn. In Selge gingen uns die Kinder schon vor 20 Jahren massiv um Süßigkeiten an, in Pamukkale – aber da waren wir vorgewarnt – wollten uns die Pensions-Schlepper schon früh abfangen, in Harran haben uns sich uns »Führer« so lange angedient, bis wir nachgaben (nicht jedoch ihrer nachträglichen überhöhten »Honorarforderung«) – nachgegeben haben wir aber nur, weil wir a) wenig Zeit hatten, uns selbst zu orientieren und wir uns b) vermutlich noch etlicher anerer hätten erwehren müssen. Das waren im Wesentlichen die unangenehmeren Begegnungen dieser Art, auf die wir zwischenzeitlich aber mit einem entsprechenen türkischen Vokabular gut reagieren können. Der Rest, -zig Begegnungen, war eher mehr oder weniger aufdringliche Neugierde, der man mit Freundlichkeit, Offenheit und, wenn nötig, Bestimmtheit, schnell Herr wird. Diesen Kontakten, die einen völlig anderen Charakter haben, als das oben Beschriebene, sollte man sich als Gast aufgeschlossen und freundlich stellen. Im touristisch eher unerschlossenen Hinterland ist man eben häufig immer noch eine gewisse Attraktion und Abwechselung.
Gruß Detlev |