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Türkei Forum
Thema
Andreas | 04.04.2010 | 17:53 Uhr | ID 84648
»Wegelagerei« im Hinterland der türkischen Südküste ?

Meine Frau und ich überlegen, ob wir individuell (mit Mietwagen) eine Kulturreise an der lykischen und pamphylischen Küste durchführen sollen.
In einigen Reiseführern lasen wir, dass beim Besuch archäologischer Stätten im Hinterland (z.B. in Selge) die Zufahrtswege von Einheimischen gesperrt werden, so dass man erst nach Zahlung einer »Maut« zu den Ausgrabungen gelangen kann. Auch von aggressiven Heranwachsenden ist die Rede, die sich als »Führer« vor Ort aufdrängen. So wird geraten, solche Orte im Gebirge nur in organisierten Reisegruppen anzusehen.
Ist diese Auskunft korrekt ? Wer kann uns aufgrund eigener Erfahrungen etwas dazu mitteilen ?
Vielen Dank !

Beiträge
desero | 05.04.2010 | 08:14 Uhr | ID 84656
Re: Teilweise Richtig

Hallo Andreas,

Besonders wenn Sie nach Selge hereinkommen, werden Sie bereits am Weg von Jungen erwartet, die gern Ihr Fremdenführer sein möchten, da es dort sonst wirklich nichts zu tun gibt. Kaum an den Ruinen angekommen, werden Sie von den Bewohnerinnen umkreist, die Ihre Handarbeiten verkaufen möchten und dabei recht aufdringlich werden. Aber auch das läßt sich regeln indem ein klares Nein gesprochen wird.
Die Möglichkeiten der Bewohner sind nun einmal sehr beschränkt.
Wenn Sie Ziele besuchen möchten, die höchst interessant sind und Sie trotzdem unbelästigt oder gar allein dort sein möchten, fahren Sie nach Etena, Kargihan oder Seleukeia. Folgen Sie den Lnks unten und falls Sie Fragen haben, bitte gern..
Gruß desero

Seleukeia Manavgat Richtung Oymapinar

Kargihan bei Aspendos ins Taurusgebirge

Side Manavgat bis Oymarpinar

@chim | 05.04.2010 | 11:19 Uhr | ID 84660
Re:

Hallo Andreas,

das mit Selge stimmt. Ohne einen türkischen Begleiter würde ich nicht hinfahren.
Da ist Selge aber eine Ausnahme. So etwas habe ich an noch keiner archäologischen Stätte erlebt, und ich habe viel gesehen, in der GANZEN Türkei.

Schauen Sie sich einfach einmal die Ausflugsempfehlungen an. Da ist mit Sicherheit etwas für Sie dabei.

Herzliche Grüße
@chim

Ausflüge an der türkischen Riviera und der lykischen Küste

Antike Städte an der türkischen Riviera und der lykischen Küste

Gratis Wegbeschreibungen zu den Ausflugszielen

attalo | 05.04.2010 | 16:19 Uhr | ID 84671
Keine Angst

Für eine Hand voll Bonbons macht sich jeder im Dorf davon. Keiner ist bösartig. Sie wollen halt nur ein paar Lira verdienen. Wenn man Selge kennt, ist das auch verständlich. Man fährt einfach weiter. Es stehen nur Frauen herum und wollen ein paar Handarbeiten verkaufen. O.K. zugegeben, es ist ein bissche lästig. Man kann es aber ertragen. Alle sind freundlich, kein Besucher muss Angst haben.

Es liest sich alles in den reiseführern so abenteuerlich, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Attalos, der schon oft in Selge war.

Maunzel | 05.04.2010 | 18:48 Uhr | ID 84675
Re: türkische Frauenpower :-)

Ja, es ist schon was Wahres dran.....

Wir fuhren im besonders ruhigen Februar mit dem Mietwagen nach Selge. Es ist eine landschaftlich unglaublich schöne Strecke. Im Sommer würde ich sie sicher wegen des immensen Rafting-Tourismuses meiden.

Schon an der römischen Brücke wurden wir von einer Türkin mit kleinem »Verkaufsstand« empfangen, aber freundlich und unaufdringlich.

In Selge selbst kamen die Damen gleich aus allen Häusern, als sie uns erblickten. Im Winter erregt ein fremdes Auto hier durchaus Aufsehen. Wir wurden tatsächlich (auf Deutsch) durch die zwar spärlichen, aber durch die besondere Lage sehr sehenswerten Ruinen geführt. Dabei erfuhren wir auch viel über das Leben der dörflichen Bevölkerung. Und natürlich wurden in einem geeigneten Moment die »Schätze« aus den Taschen geholt, um sie uns anzubieten.

Für uns Nordeuropäer mutet ein solches Verhalten seltsam an, wir fühlen uns schnell belästigt. Aber keine Bange, wer nichts kauft erntet vielleicht traurige und enttäuschte Gesichter, umgebracht wird er aber sicher nicht! Wir haben bei zwei Damen jeweils eine hübsche Kette als Mitbringsel erstanden (bei den anderen dreien hieß es einfach »nein«), dafür wurden wir dann bis zum Auto begleitet, mit zahlreichen weiteren persönlichen Informationen versorgt, und strahlend verabschiedet. Die Einladung zum Tee mussten wir wegen drohender Dunkelheit leider ablehnen, was mich noch immer ärgert.

Auf keinen Fall sollte man böse reagieren oder den Leuten gar einfach ein paar Lira in die Hand drücken, um sie los zu werden. Lieber eine Kleinigkeit kaufen!

Gruß, Maunzel

GünterF | 07.04.2010 | 06:41 Uhr | ID 84719
Re:

Für eigene Touren durch die Türkei könnt ihr auch sehr schöne Erlebnisse nachlesen unter: up-up-and-away.info
Ulli und seine Frau machen jedes Jahr sehr schöne Touren welche man auf seiner Homepage mit Bildern nachverfolgen kann.
Viel Spaß beim lesen
Günter

detlev | 07.04.2010 | 10:19 Uhr | ID 84723
Re: Wegelagerei

Moin,

ich denke, da gibt es den schmalen (okay, manchmal auch nicht so schmalen) Grad zwischen Nötigung und Dreistigkeit auf der einen und einem Verhalten, das eher in Neugier begründet ist, zu unterscheiden.
Auf den fast 25000 km, die ich alleine mit dem Motorrad in der TR unterwegs war, verteilten sich derartige Begegnungen etwa eins zu zehn. In Selge gingen uns die Kinder schon vor 20 Jahren massiv um Süßigkeiten an, in Pamukkale – aber da waren wir vorgewarnt – wollten uns die Pensions-Schlepper schon früh abfangen, in Harran haben uns sich uns »Führer« so lange angedient, bis wir nachgaben (nicht jedoch ihrer nachträglichen überhöhten »Honorarforderung«) – nachgegeben haben wir aber nur, weil wir a) wenig Zeit hatten, uns selbst zu orientieren und wir uns b) vermutlich noch etlicher anerer hätten erwehren müssen.
Das waren im Wesentlichen die unangenehmeren Begegnungen dieser Art, auf die wir zwischenzeitlich aber mit einem entsprechenen türkischen Vokabular gut reagieren können.
Der Rest, -zig Begegnungen, war eher mehr oder weniger aufdringliche Neugierde, der man mit Freundlichkeit, Offenheit und, wenn nötig, Bestimmtheit, schnell Herr wird. Diesen Kontakten, die einen völlig anderen Charakter haben, als das oben Beschriebene, sollte man sich als Gast aufgeschlossen und freundlich stellen. Im touristisch eher unerschlossenen Hinterland ist man eben häufig immer noch eine gewisse Attraktion und Abwechselung.

Gruß
Detlev

Uli | 12.04.2010 | 01:25 Uhr | ID 84884
Re:

Auch ich habe die Erfahrung in Selge machen müssen. Aber damals war ich noch etwas unbedarft, was die Mentalität der Türken im Hinterland betraf.
Mich hatte damals auch die »Anhänglichkeit« und Geschäftstüchtigkeit der Dorfbewohner genervt.
Heute sehe ich das viel gelassener. Denn selbst 200 km von der Küste entfernt kennt man(n)/frau das Wort NEIN.
Also, bei Ausflügen ins Hinterland nur keinen Kopf machen. Immer schön freundlich, höflich und bestimmt bleiben. Dann gibt es auch keine Mißverständnisse und ihr werdet nur auf freundliche und hilfsbereite Einheimische treffen.

Danke Günter für die Werbung.
Tagestouren: siehe Link

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