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Thema
Dorothee Ergenzinger | 16.01.2010 | 20:14 Uhr | ID 82094
Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

›Auf Odysseus Spuren‹ – eine Odyssee im wahrsten Sinne des Wortes
-Reisebericht-
Heute habe ich mal wieder einen leckeren Bio-Tee aus dem 23ten Törchen eines Sonnentor Adventskalenders getrunken. Beim Anblick des Spruches ›Natur für die Sinne‹ auf dem Sonnentor- Teebeutel musste ich mich an unseren letzten, und sicherlich allerletzten Urlaub mit dem Reiseveranstalter ReNatour erinnern. Die einzige positive Erinnerung, die mir nämlich an ReNatour geblieben ist, ist die kostenlose Beigabe von drei Teebeuteln der Biomarke Sonnentor in der gelben Reisemappe aus Pappe, die uns mit unseren Reiseunterlagen zugeschickt wurden. Die Teemarke kannte ich übrigens schon lange vor dieser Aktion des Reiseveranstalters ReNatour, und der ganze Horrortrip in der ReNatour Unterkunft hat mir den Genuss von leckerem und gesundem Tee nicht verdorben.

Wir hatten die zweiwöchige Reise ›Auf Odysseus Spuren‹ an der türkischen Ägäis mit dem Reiseziel Kücükkuyu bei ReNatour gebucht.
Die Mischung aus Kultur- und Strandurlaub in einer noch nicht so sehr überlaufenen touristischen reizvollen Region hatte uns gut gefallen. Der Reiseveranstalter war uns bisher unbekannt, dazu sei gesagt das wir keine Freunde der großen Monopolisten sind und bis dato entweder als Elternpaar alleine z.B. schöne Landhäuser in reizvoller Umwelt gemietet hatten oder mit den Kindern ein bis zwei Mal im Jahr bei kleineren Eltern-Kind Reiseveranstalter gebucht hatten mit denen wir immer zufrieden waren.
Da wir die Reiseveranstalter und konkret diese Reise von der Präsentation und den Artikeln der Presse ansprechend gefunden hatten und wir sehr naturverbunden sind, buchten wir vertrauensvoll.


---o00o---Die Anreise und der Transfer---o00o---:

Die lange Anreise in die Türkei war uns mit Bahn oder gar Auto zu mühsam, also sind wir ganz unökologisch gejettet. Wir mussten zwei Stunden am Flughafen warten weil man noch auf andere Gäste gewartet hat. Das war uns tagsüber und bei dem Preis des Transfers nicht verständlich. Der Transporter selbst hatte keinerlei Anschnallmöglichkeiten, war vollkommen klapprig und überaltert. Andere Reisende der Gruppe wurden z.B. trotz Bestätigung durch ReNatour schlicht und ergreifend einfach vergessen und mussten mehrere Stunden warten – mit Kleinkindern am vollkommen leeren Flughafen und ohne Möglichkeit etwas zum Essen oder Trinken zu erwerben. In allen Fällen hat es weder eine angemessene Entschuldigung noch eine Entschädigung seitens ReNatours gegeben. Es wurde vielmehr auf die Tränendrüse gedrückt und völlig unprofessionell behauptet Mitarbeiterin X (in Deutschland) habe alles zu verschulden und habe sogar geweint. Wir und viele andere kamen jedenfalls vollkommen gerädert am Strandcamp angekommen. Ein Urlaubstag war so erstmal weg. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass alle Mitreisenden der Gruppe vierzehn Tage für Unterkunft und »Halbpension« zahlen mussten, es aber durch die Buchung der Flüge seitens ReNatour reell nur 11-12 Übernachtungen, bzw. Tage im Strandcamp gegeben hat.



---o00o---Die Unterkunft---o00o---:

Sie sollte in 2-3 Bett-Jurten erfolgen, wir hatten uns sehr darauf gefreut. Besonders die Kinder. Wir bekamen zwei gegenüberliegende »Jurten«. Wir kannten Jurten von unseren Reisen in die Mongolei und auch von den Fotos auf der ReNatour Homepage. So dachten wir, dass sie relativ groß seien. Bei den Jurten handelt es sich aber um winzige Hüttchen, die Türen so niedrig, dass sich eine Siebenjährige beim Reingehen noch ducken muss. Innen ein Ikea Bett, zwei Ikea Nachtische inklusive zwei Ikea Lämpchen und eine selbst gebastelte Hängematte um die gesamte Kleidung, Sandalen, Spiele, etc...von drei, bzw. zwei Personen unterzubringen. Übernachten drei in einer solchen Jurte, bleibt gar kein Platz um auch nur irgendwo zu stehen, die Koffer abzulegen (unter das Bett passen weder Koffer noch handlichere Reisetaschen). Die ganze Zeit über hatten wir Juckreiz und überall rote Stiche: Flöhe. Dazu hieß es lapidar dass die Jurten ja aus selbst gemachtem Filz aus der Region abgedeckt seien und dass sich dort halt gerne Flöhe einnisten würden, aber am Anfang jeder Saison müsste man halt mal alles »einsprühen«. Wir konnten zwischen Chemiekeule oder den lieben Tierchen wählen. Vorne am Strand gab es eine in türkischen Teehausstil erhöhte Empore, dort waren die Stoffauflagen zum liegen, die waren allesamt ausgebleicht und voller Flöhe. Auf gut Deutsch: ekelig, total versifft und uralt. Wir mussten mal wieder unseren schwarzen Humor rauskramen, als es seitens der Reiseveranstalter hieß, dass die gesamte Ausstattung am Anfang der Saison komplett neu angeschafft worden sei, aber dass leider Sonne, Salzluft und Meer alles sehr schnell ausbleichen und beschädigen würden! Der Steg ins Meer war gefährlich, überall hingen rostige Nägel raus.
Aber das Schlimmste war, dass das gesamte Camp an einer lauten und sehr befahrenren Straße liegt;, die letzte Jurte liegt ca. zwei Meter von der Landstraße entfernt! Die Lärm- und vor allem die Abgasbelästigung sind kaum auszuhalten. Wir hatten noch das Pech, dass unsere Jurten direkt zwischen Sanitäranlagen und der Wasserpumpe lagen. Jedes Mal, wenn jemand abspült, sich duschte, etc...hörte man in unserer Jurte alles so laut. als sitze man mit demjenigen im selben Bad. Die Wasserpumpe ist immer wieder von selbst angegangen, ein plötzliches, explosionsartiges und sehr lautes Geräusch immer dann, wenn jemand Wasser gebrauchte, sei es zum Händewaschen, sei es zum Spülen der WCs oder zum Duschen, der reine Horror.



---o00o---Die »sanitären Anlagen«---o00o---:

Die angepriesenen neuen sanitären Anlagen erwiesen sich als selbst gebastelte Hütte mit offenem Dach zu den Seiten, die WCs mit gelb angetrichenen Schiebetüren aus dünnem Sperrholz ohne jegliche Verriegelung, nach unten und oben offen (Kinder und Jugendliche, die einen aus Versehen auf den stillem Örtchen erwischten, waren an der Tagesordnung). Aber jetzt kommt es: insgesamt gab es auf der gesamten Anlage nur eine einzige Dusche mit Warmwasser und zwei WCs jeweils für Damen und Herren. Jeweils zwei Waschbecken bei den Frauen- und Männertoiletten und zwei Kaltduschen draußen, nur mit einer Plane bedeckt. Dementsprechend schmutzig, voller Dreck und Haaren und völlig übergeschwemmt waren die Duschen jeden Nachmittag/Abend nach dem Strandbad. Klopapier fehlte oft, und aus dem Seifenspender kam eine ganz stark nach Chemie riechende pinkfarbene Brühe, nicht gerade passend für ein naturverbundenes Reiseunternehmen. Dementsprechend Giftkeule versprühend und heftig nach Chlor riechend waren übrigens alle Reinigungsmittel vor Ort.



---o00o---Das Strandcamp---o00o---:

Ein verwahrlostes winziges Areal, links zum Nachbargelände ist ein gefährlicher Stacheldraht als Abgrenzung und rechts vom Strandcamp eine Art lautes Strandrestaurant. Hier liegt nichts im angepriesenen Naturpark, der nämlich mindestens 30 Km entfernt Richtung Ida-Berge liegt!
Auf dem Gelände selbst gibt es eine Menge herumstreunende Hunde und Katzen. Bei aller Tierliebe und allem Verständnis für die Probleme der Region bei der Unterbringung von herrenlosen Tieren, ich finde schon dass ein Reiseveranstalter darauf hinweisen müsste dass auf dem Areal, vor den Unterkünften, beim Frühstück, beim Abendessen, am Strand, Nachts auf den Jurten selbst (!) Hunde und Katzen rumlaufen. Mein Mann hat z.B. eine Katzenallergie und war nicht vorbereitet auf diese extreme Situation. Die wenigsten dieser Tiere sind kastriert, geimpft und entwurmt, vielmehr wurde auch hier auf die Tränendrüse gedrückt damit die Mitreisenden der Gruppe Kosten für Kastration, Impfung, etc...übernehmen. Am Strand hat einmal ein verendeter Hund ein einhalb Tage gelegen, niemand von den zwei verantwortlichen Damen hat sich dafür zuständig gefühlt. Alle Mitreisenden haben Fotos von den unansehnlichen von tausend Fliegen umschwirrten Kadaver gemacht, es wurden Witze über Tollwut, die Eigenarten der Türkei und die zwei verantwortlichen Damen vor Ort gerissen, nur mit viel schwarzem Humor konnte man den Urlaub »meistern«.

So etwas ist uns bisher auf einer Pauschalreise noch nie passiert. Auch wurde mehrmals für ein Waisenheim im nahe gelegenen Kükükkuyu geworben, das eine nette türkische Witwe betreibe. Von den beiden verantwortlichen Reiseveranstalterinnen vor Ort hat man jede Menge Informationen dazu erhalten, die aber weder für einen angenehmen Urlaub noch zu einer geistigen Bereicherung beigetragen haben. Ganz viel war von der traurigen Kindheit einer der Reiseleiterinnen zu hören, von ihrer »vaterlosen« Kindheit, vom immer reisenden Vater, von ihrer Kindheit in der Türkei, in Südafrika, in Lateinamerika und sonstwo, von dem sterbenskranken Vater der nur zum Sterben nach Deutschland zurückkehrte, von klauenden Rumänen und überhaupt gefährlichen Ausländern, von »Überbevölkerung« daheim in irgendeiner Stadt bei Essen wo die Reiseleiterin als ex-Architektin wohne, man hat zu hören bekommen dass sie keine Feministin sei, aber und so weiter und so fort. Es mag ja gelangweilte und einsame Seelen geben die so eine Art von Beschallung im Urlaub brauchen, bzw. mögen, wir gehören aber nicht dazu. Der Rest der Mitreisenden schien auch nicht sonderlich begeistert denn in Abwesenheit der beiden Verantwortlichen vor Ort wurden immer recht humorvoll (was blieb einem anderes übrig) die verschiedenen Geschichten ausgetauscht. Beide Reiseleiterinnen waren schlicht und ergreifend jenseits von Gut und Böse und hätten unserer Meinung nach bei ihren gelernten Berufen bleiben sollen: Kosmetikerin und Architektin laut eigener Auskunft.


---o00o---Die Verpflegung---o00o---:

Gebucht hatten wir zwei Wochen Unterkunft in besagten »Jurten« mit Halbpension. Wir lieben die türkische Küche, wir kennen sie von türkischen Freunden, Arbeitskollegen und von zahlreichen guten türkischen Restaurants die es in jeder größeren deutschen Stadt gibt. Wir kennen auch den Standard der Verpflegung in türkischen Unterkünften (ab drei Sternen) von Städtereisen, Verwandten, türkischen Freunden, etc...
Das was uns aber jeden Morgen und jeden Abend zum Frühstück bzw. Abendessen erwartete hatte allerhöchstens den »Standard« eines schlechten türkischen Imbiss. Von einem naturverbundenen Reiseveranstalter der ein Vielfaches der Preise für Türkei Pauschalurlaube verlangt hatten wir uns was ganz anderes versprochen.
Zum Frühstück gab es jeden Tag zwei Sorten mit Süßstoff gezuckerte Säfte à la Lidl, immer ganz monoton O-Saft und Kirschsaft. Kaffee gab es nur löslichen. Käse immer nur zwei Sorten, Wurst eine Sorte und so voller giftiger Farbstoffe und Geschmacksverstärker dass es einen schon alleine beim Anblick übel wurde. Das Brot war oft vom Vortag, nur aufgebacken, angeblich liegt das Strandcamp zu abseits, um vom Bäcker angeliefert zu werden.
Die berühmten Nachtische werden uns immer unvergessen bleiben: jeden dritten Tag gab es Honigmelone, das einzig frische Obst das es gab! Ansonsten gab es Birne aus der Konserve und in vierzehn Tagen ein einziges Mal, für die Kinder, ein billiges Eis am Stiel. Die Auswahl sowohl beim Frühstück wie beim Abendsessen war monoton, repetitiv und allenfalls eines Imbisses des drittklassigen Campingplatzes würdig. Und von gesund oder gar bio hatte es rein gar nichts.
Ärgerlich ist natürlich auch, dass bei den gesalzenen Preisen Tee und Wasser, bzw. kleinere Aufmerksamkeiten wie Obst ab und an (ein Kilo Wassermelone kostet 40 Cent auf dem Markt in Kükükkuyu, ein Kilo Bananen 50 Cent) nicht inklusiv waren. Für einen Teller Obst waren sechs Lira zu berappen. Veräppelt kam man sich auch vor weil es am ersten Tag hieß dass die Preislisten einsehbar seien, aber es lagen nirgends Getränke- oder Speisekarten aus. Auch hierüber wurden im Camp immer wieder Scherze gemacht, nach dem Motto: ›mal sehen was noch so alles kommt‹. Mitgebrachte Getränke, Obst oder sonstige Leckereien von außerhalb waren auf dem gesamten Camp verboten. Als Bedienung fungierte beim Abendessen eine der Reiseveranstalterinnen, die andere arbeitete in der Küche zusammen mit einer anderen türkischen Kraft. Beim Abendessen wurde man immer (alle Mitreisenden) ziemlich penetrant von einer der Verantwortlichen mit Geschichten aller Art belästigt, so nennen wir das zumindest. Wir erfuhren eine Menge Anekdoten, viele persönliche Geschichten aus dem Leben der beiden verantwortlichen Reiseveranstalterinnen die man als Urlauber nicht unbedingt hören möchte. Z.b. dass die arme türkischstämmige Verantwortliche vor Ort mit ihrem O2-Hotel Pleite gegangen sei, ja, sie habe es regelrecht herruntergewirtschaftet, und dass das gesamte Küchenpersonal vor zwei Wochen abgehauen sei, so seien sie nun mal hier, wenn sie genug Geld beisammen hätten, würden sie einen im Stich lassen. Und das erzählte man uns während des miserablen Abendessens, eine allzu groteske Situation bei der uns damals der Happen im Mund stecken geblieben ist, heute können wir darüber lachen.


---o00o---Zum Programm ›Auf Odysseus Spuren‹---o00o---:

Die Führung durch Schliemanns sagenumworbenes Troja erwies sich als Sammelsurium nationalistisch-kemalistischer Propaganda-Tiraden gegen die damaligen und die heutigen Griechen. Zu soviel Geschichtsverfälschung bzw. vereinfachung gehört schon sehr viel Kreativität. Wir Erwachsene waren enttäuscht, und die Kinder, ja die fragten uns danach, warum der Reiseführer denn eine komplett andere Version der Belagerung und des Kampfes um Troja erzählt hätte als im Unterricht in der Schule durchgenommen, bzw. als in den vielen Büchern die wir zu Hause über das Thema gelesen hatten. Vollkommen inakzeptabel für einen Reiseveranstalter der sich u.a. auch als »Kulturbotschafter« anpreist.
Der zweitägige Trip in das wunderschöne Ida-Gebirge wurde mit alten, vollkommen unsicheren Jeeps unternommen. So hatte unser Jeep z.B. weder vorne noch hinten Sicherheitsgurte, der Wagen war früher mal Benziner und wurde (wie wir beim Tanken merkten) in »Eigenarbeit« mit einem Gastank ausgerüstet. Die Beifahrertür ließ sich nur vom Fahrer öffnen, bzw. schließen, mehrmals zuschlagen und irgendwann klappte es. Auf den steilen Weg in die Ida-Berge lockerten sich Schrauben des Vorderrads, irgendwann wurde es sogar der deutschen Reiseleiterin zu bunt und wir ließen diesen Jeep zurück und quetschten uns nach längerer Wartezeit in einen anderen. Im Ida-Gebirge selbst gibt es nur sehr alte Zelte mit verfilzten, stinkenden Decken drin. Größere Familien wie wir konnten sich zusammen in ein größeres Zelt quetschen (selbstverständlich haben wir nachts kein Auge zu kriegen können), Alleinerziehende mit Kind oder kleinere Familien mussten sich die Zelte aber mit anderen Reisenden teilen (!). Die Toiletten dort waren schlimmer als die in »Drittweltländern« die man als junger Student schon nicht mehr akzeptabel finden konnte. Es gab noch nicht einmal fließendes Wasser, geschweige denn Duschen oder andere Waschmöglichkeiten. Der Gestank war bestialisch. Die meisten der Reisenden machten ihre »Geschäfte« deshalb lieber in der freien Natur. Worüber sich die Wächter des unter Umweltschutz stehenden Nationalparks wahrscheinlich riesig gefreut haben.

Aber noch wesentlich ärgerlicher fanden wir, dass die im Programm »inklusive« genannte Bootsfahrt ausfiel ohne erstmals jegliche nachvollziehbare Erklärung. Später hieß es seitens der Reiseleitung, dass die Türken hier in der Bucht halt keine großen Seefahrer seien (!) und das obwohl jeden Morgen und Abend Fischerboote vor unseren Augen vorbeischipperten und im Nahe gelegenen Kükükkuyu vier Dutzend Fischerboote am Pier lagen und mehrere tolle Ausflugsschiffe aus Gäste warteten. Für den ausgefallenen Bootsausflug gab es auch keine Entschädigung.


---o00o---Kosmetik, Massagen und Meer---o00o---:

Wir hatten uns sehr auf die angepriesenen Massagen und Beauty- Behandlungen in den Jurten gefreut, klein und intim, einfach aber persönlich, so dachten wir uns das. Wir hatten (nur die Eltern, klar) so an die 300 Euro an Massagen und kosmetischen Behandlungen einkalkuliert. Aber, wie alles an diesen Horrorurlaub, wird es nochmals grotesk: die im Internet und im Katalog angepriesenen Massagen und kosmetischen Behandlungen konnten einfach nicht stattfinden. Warum nicht?, -Weil eine der Reiseleiterinnen, die Kosmetikerin also, vier ihrer Freundinnen (allesamt kinderhassende alleinstehende »ältere Damen« aus dem »Ruhrpott«) plus die ehemalige Lehrerin ihres Sohnes in den Jurten einquartiert hatte und somit die Beautyjurte leider auch besetzt war. Spätestens jetzt werdet ihr euch fragen warum wir nicht abgereist sind: wegen der Kinder. Es kommt selten vor, dass wir uns als Elternpaar gemeinsam in den Schulferien Urlaub nehmen können. Die Kinder hatten sich wahnsinnig auf diese Reise gefreut. Kinder sind im Urlaub »easy«, sie schauen oft noch nicht hinter die Kulissen, geben sich mit Köfte (türkischen »Frikadellen«) und Pommes jeden Tag zufrieden, finden es nicht schlimm wenn sie nicht jeden Tag duschen können/müssen weil die Dusche mal wieder überschwemmt ist und der Dreck vom Vorgänger noch in der Brühe mitschwimmt, lassen sich gemütlich ihren durch die Flöhe enstandenen Juckreiz mit Lotionen lindern, etc, etc...Hätten wir die Kinder nicht dabeigehabt, wären wir umgehend abgereist.



---o00o---Umgang mit Beschwerden und Kritik seitens ReNatour in Deutschland und vor Ort---o00o---:

Die Reiseleiterin/Veranstalterin vor Ort hat uns gänzlich unprofessionell erzählt dass die Brigitte »Journalisten« für ihren Aufenthalt bezahlt hätten und die Schreiberlinge vom Stern unverschämterweise einen Rabatt aushandelt haben wollten und die vierzehn Tage nur im Schnelldurchgang, nämlich an einem Wochenende mitmachen wollten, nun ja, so kommen dann die tollen Rezensionen zustande nach denen sich viele Eltern/Reisende richten.
Vor Ort wurde jegliche Beschwerde und/oder sachliche Kritik abgewiegelt, bzw. gar persönlich genommen. In Nürnberg selbst wurde ebenso, gänzlich unprofessionell und ganz und gar nicht kundenorientiert mit allen Mitteln, abgewimmelt.
Wir sind zwar rechtschutzversichert und haben einen guten Hausanwalt der bislang jeden Rechstreit für uns mit Sachkenntnis geführt hat, aber wir haben uns am Ende einfach gesagt: Nie wieder mit diesem Reiseveranstalter, Verwandte, Freunde und Bekannte davor warnen und Schluss ist. Ich weiß von anderen Mitreisenden für die dies die einzige Reise im Jahr war, die das ganze Jahr daraufhin gespart haben, die genauso enttäuscht wie wir waren die trifft es besonders hart.


*-*´¯`*.Fazit*-*´¯`*.:

Insgesamt sehr schade, dass uns ein kleiner und »alternativer« Reiseveranstalter so enttäuscht hat.
Die Präsentation im Internet/Katalog »glänzt«, aber der Inhalt ist leider nur ein faules Ei.
Fazit: Man braucht mindestens noch einen Urlaub um sich von dieser Odysee zu erholen...

PS: Wir hatten den Michael Müller ›Türkische Westküste‹ dabei, war wie immer zuverlässig und umfangreich...

Beiträge
Riwi | 16.01.2010 | 21:42 Uhr | ID 82097
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

Ja ich traue meinen Augen nicht was ich hier lese,
wie bitteschön können deutsche ohne Arbeitserlaubniss in der Türkei Reiseleitung machen. Wo ist die örtliche Agentur die den Reiseveranstalter vertritt? Hatte der Reiseführer der euch durch Troja führte eine lizenz vom Tourismusministerium?
So wie sich das anhört arbeitet das sogenannte Camp ohne Genehmigung!
Könnt ihr das genaue Datum eures Aufenthaltes mir geben. Werde mal der Sache auf den Grund gehen und wenn nötig diese Schwarzarbeiter anzeigen.

Dorothee Ergenzinger | 17.01.2010 | 13:59 Uhr | ID 82115
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

Es gab keine örtliche Agentur vor Ort außer die zwei besagten Damen auf dem Camp. Ob diese zwei Reiseleiterinnen, bzw. das Personal auf dem Camp Arbeitserlaubnis hatten wissen wir nicht. Der Reiseführer der uns durch Troja führte war ein guter Bekannter der zwei Damen (ein Türke der in Duisburg aufwuchs und daher Deutsch sprach). Der Sohn der ab und an mithalf (z.B. Abends beim servieren) war noch Schüler in Deutschland. Das Camp lag direkt an der Landstrasse die von Kücükkuyu nach Assos führt. An dieser Landstrasse liegen einige verwahrloste und verlassen wirkende Campingplätze, aber auch zwei oder drei sogenannte ›Butik Hotels‹, die wirken sehr niedlich und komfortabel von außen, aber liegen mir persönlich zu nah am Verkehr. Den Taxifahrern in Kücükkuyu mußten wir »Otel 02« (aber wie gesagt, es gab kein Hotel auf dem Gelände, nur die Jurten) sagen um zum Camp zu gelangen, die kannten das Camp. Wir waren 2009 dort. Die Gegend und die Menschen dort waren klasse, wir werden auf jedenfall wieder hinfahren, aber nicht mehr pauschal mit Renatour und nicht mehr ins ›O2 Jurten-Camp‹.

horst | 17.01.2010 | 17:14 Uhr | ID 82125
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

».....ich habe mich selten so gelangweilt.
Wenn Interessiert so ein Schmarn überhaubt ?«

Nun es ist so:

»WENN« der erste Beitrag jemanden interessiert, dann wird er es lesen und vielleicht Nutzen daraus ziehen. Dazu ist ein solches Forum ja da, glaube ich zumindest.

»WEN« das interessiert, wissen wir nicht. »WEN« es nicht interessiert haben wir nach einigem Nachdenken herausgefunden. Auch WENN es WEN bloß dazu gebracht hat es als »SCHMARRN« zu bezeichnen. Man hätte jedoch, WENN es einen selber nicht interessiert es durchaus dabei belassen können dies für sich selber zu behalten.

Werner | 17.01.2010 | 19:10 Uhr | ID 82130
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

Hallo Dorothee,
schade um den bescheidenen Urlaub. Hatte noch nie solche schlechten Erfahrungen gemacht, jedoch wundert mich auch nicht, dass dieses Niveau so tief liegen konnte. Ich finde es völlig richtig, dass Du dies so kommunizierst, damit andere diese Erfahrung nicht machen müssen.
Freundlicher Gruss von Werner

Martina Diehl | 29.01.2010 | 16:07 Uhr | ID 82473
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

Hallo, liebe Dorothee!
Erst einmal das Wichtigste: Es tut mir für Dich und Deine Familie wirklich sehr, sehr leid, dass Euer wohl verdienter und kostenreicher Urlaub so miese verlaufen ist. Du kannst mir glauben, ich verstehe Deinen Beitrag zu 100%: 2005 – 2006 habe ich in dem HotelO2 gearbeitet, 2007 dann in dem O2-Beach-Bereich. Ich finde es sehr richtig und total wichtig, dass Du hier von Euren schlechten Erfahrungen berichtet hast. Ich kenne beide »Reiseleiterinnen« und deren rege Kommunikationsbereitschaft. Zu den zwei Damen habe ich aus Gründen – ich werde Dir eine persönliche Mail zukommen lassen – schon seit 2 Jahren keinerlei Kontakt mehr, die haben mich (auch finanziell) so ausgenutzt, ich war damals einfach so dumm. Das Unglaublichste ist, das die »Kosmetikerin« mich als ihre gute Freundin bezeichnet hat, auch vor Gästen – letztlich alles abgekatertes Spiel. Die »Ex-Architektin« hat mich gemobt, ich bin dann endlich aus dem Projekt ausgestiegen. 2006 wurden die Jurten errichtet und der Toiletten- und Waschbereich war noch nicht mal fertig als die ersten Gäste kamen! Diese ganzen Ausreden kommen mir so was von bekannt vor, mir waren diese so oft peinlich vor den Gästen. Es sind ja immer die anderen Leute bzw. besonderen Umstände schuld etc. (bla, bla, bla...). Dieses habe ich die gesamte Saison gehört. Dieses ganze »Geweine« und »Gestöhne« über Alles ist in der Türkei ganz normal; ich habe in Kücükkuyu 4 Jahre gelebt und bin Ende 2008 nach Essen zurückgekehrt.

Hiermit möchte ich betonen: Dieses ist KEINE HETZE, sondern entspricht – leider – der Realität.

Dorothee Ergenzinger | 31.01.2010 | 21:59 Uhr | ID 82535
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

Hallo Michaela,
Danke für deinen Kommentar und deine nette und aufklärerische persönliche Mail an mich. Dein Kommentar hier und alles was du mir in deiner persönlichen Mail an mich schilderst bestätigt dass Renatour & O2 wohl offenbar ein Saftladen ist, der vom ziemlich betrügerischen Leuten geführt wird. Mehr als andere potentielle Renatour Kunden/Urlauber zu warnen und mir unsere schlechte Erfahrung von der Seele zu schreiben, wollte ich nicht.
LG,
Dorothee

tippgeber | 01.02.2010 | 09:31 Uhr | ID 82540
Re: Unsere Erfahrungen im O2 Jurten-Club in Nusratli Alti bei Kücükkuyu (türkische Ägäis)

Zitat:
der Wagen war früher mal Benziner und wurde (wie wir beim Tanken merkten) in »Eigenarbeit« mit einem Gastank ausgerüstet

Abgesehen mal davon, dass der Wagen auch heute noch mit Benzin fahren kann: das mit der Eigenarbeit möchte ich denn doch in Abrede stellen. In der Türkei muss ein Jeep jährlich zum TÜV (deutsche TÜV-Qualität) und zu einer seperaten Untersuchung der Flüssiggas-Gasanlage. Die sind da knallhart! Da ist nichts mit Eigenarbeit.

Auch Kleinbusse müssen jährlich zum TÜV, Pkw alle zwei Jahre.

Bedauerlich, daß euer Urlaub so schlecht war.

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