| Albanien – wie es keiner kennt . . . ? Guten Tag, Detlev & mupli; insgesamt ein schöner Bericht, auch wenn er nicht ganz meinen Reisevorstellungen u. meiner Reiseideologie entspricht.- Z.B. würde ich nie eine solche Reise in ein solches Land für 10 Tg. od. 2 Wo. unternehmen – viel zu kurz – viel zu viel Streß, da man viel Interessantes u. Sehenswertes in dieser extrem komprimierten Zeit gar nicht schafft und in Streß gerät – ähnlich wie die Chinesen + Japaner: EUROPA in 8 TAGEN !!! Zu Hause zeigen sie dann den lieben Daheimgebliebenen die Fotos u. bezeichen das Brandenburger Tor in Berlin schon mal als Eiffelturm v. Paris – weil sie gar ichts mitbekommen haben.
Ich glaube, ich war einer der Ersten »richtigen« Touris Albaniens – kurz nachdem es seine Grenzen f.d. Individualtourismus öffnete – war so etwa 1990. Ich nahm mit meinem PKW die Fähre von Ancona nach Durres, 24 Std. auf See – auf dem Schiff waren Hunderte schrotteifer, kaputter PKW's aus Italien, die die Albaner billigst kauften [oder stahlen?], um sie dann nach AL zu bringen u. dort mit ihren billigen Arbeitskräften zu reparieren. Wer es nicht weiß: Zu früheren Zeiten, also unter Präsident Enver Hoxha, war es nicht erlaubt, privat einen PKW zu besitzen – das Höchste der Gefühle an Besitz war ein Moped – meist eine Vespa, die illegal nach Italien geflüchtete Albaner ihrer Verwandtschaft schickten. – Die Folge des Nicht-Besitzes an privat PKW's war, daß es fast keine Tankstellen gab – die betrieblichen LKW und andere KFZ im stattlichen, »volkseigenen«, Besitz, ähnlich wie in der DDR, hatten ihre eigenen betrieblichen Tankstellen auf ihrem Gelände.- Ich trieb mich mit PKW im Lande herum, manchmal verzweifelt nach einer Nachtruhestätte suchend, aber, pfiffig und weltgewandt, wie ich schon immer war, klappte das letztendlich immer. Städte wie z.B. Elbasan, Durres, Tirana, Podgradec, Shkodra, Vlora + Korca, das ganz besonders, sah ich mir genauer an. Nach längerer Zeit und nicht einen einzigen »richtigen« Touristen getroffen, reiste ich über Podgradec aus nach Makedonia, an den Ohridsee, wo ich noch eine herrliche Zeit genoß – die ex-yougoslawischen Mentalität + ein herrliches Flair genoß ich. Weiter ging es vom Ohridsee nach Bulgarien, in eines der kleinsten Dörfer der Welt, nach Melnik, wo es die besten Weine des Balkans geben soll. – Weiter von Bulgarien in's damalige Kriegsgebiet Serbien, Belgrad rief Hotelpreise von 150 $ auf, das hätte mich furchtbar-abstoßend bitterarmen Hund an den Ruin getrieben – zumal die Maut und die Pflichtversicherung in SR exorbitant hoch waren, irgendwie mußte ja der Krieg finanziert werden.- Die hohen Hotelpreise negierend, fuhr ich wenige KM weiter, in die herrlich-kleine, sehr niedliche Stadt Ruma, wo ein Zimmer 30 $ kostete, und als kleiner Nebeneffekt, hier war mitten im Kriege, im Ballsaal des Hotels ein Tanzabend !!! Na, toll !!! Da ich körperlich, physisch, aber auch psychisch am Ende meiner Kräfte war, tanzte ich aber nicht, sondern schlief am Tisch ein – ein sanfter, sehr zärtlich-lieber Stups der doch sehr hübschen Kellnerin weckte mich und eben diese sehr hübsche Kellnerin rief den Liftboy, der mir mein Zimmer zeigte. – Weiter ging es von Serbien nach Ungarn, Slowakei, Polen und dann war ich schon wieder im »langweiligen« Deutschland.--
Die zweite Reise dorthin führte mich 2 Jahre später mit einem zum WoMo umgebauten Land Rover von Triest per Fähre ebenfalls nach Durres, wo ich schon gewaltige Unterschiede sah, dann später weiter fuhr nach GR – Bg – RO . . . usw.
Was ich damit sagen möchte, es ist ein sehr interessantes Gebiet, wobei man ganz deutlich und ganz klar jetzt sagen muß, daß der Tourismus nucht mehr in den Kinderschuhen steckt – er hat schon größere Pantoffeln an, wenn auch noch keine Stiefel. Grund dafür sind die Italiener, die schnell ma von Bari u. anderern südl. ital. Küstenstädten kommen, um paar »billige« Urlaubstage im »Armenhaus« zu verbringen. das ließ doch die Preise in die Höhe gehen, wenn auch moderat. Positiver Nebeneffekt: Verbesserung der Infrastruktur, Entstehen von Pensionen, Hotels, besseren Straßen und – das ist für mich ganz wichtig – auch guten Campings – teilweise von westl. Managern gekauft + geführt, demzufolge sind die Preise fast auf westl Niveau. Alles in allem, ein Land, welches noch Geheimnisse birgt – und NOCH abseits des Massentourismus dich befindet. Neckermänner = Meckermänner und TUI-Fanatiker wird man hier wohl kaum finden – GsD – die kann ich eh nicht leiden.
Spruch der Woche: REISEN IST TÖTLICH – für Vorurteile [Mark Twain] Mein Lieblingsplatz in AL – dicht von der montenegr. Grenze
Ebenfalls mein Lieblingsplatz – etwas teuer . . .
Auch ein guter Camping – ziemlich im Süden
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