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Süd-Italien Forum
Thema
Bastian und Sabine | 06.04.2010 | 19:55 Uhr | ID 84707
Im Juli auf Salina?

Wir waren letztes Jahr im Juli drei Wochen auf Lipari (Hotel Carasco) und sind immer noch begeistert und überwältigt von den Eolischen Inseln.

Obwohl wir in Sachen Urlaubslocation normalerweise keine »Wiederholungstäter« sind, überlegen wir, unseren diesjährigen dreiwöchigen Sommerurlaub ebenfalls auf den Liparischen Inseln, jedoch auf Salina, zu verbringen. Im Gegensatz zu Lipari, Vulcano, Stromboli und Panarea sind wir noch nicht dort gewesen. Natürlich besitzen wir Thomas Schröders vorzüglichen Reiseführer »Liparische Inseln«, aber einige Fragen bleiben dennoch:

1) Es ist o.k. für uns, dass Salina ruhiger ist als Lipari, trotzdem: Hält man es drei Wochen auf Salina bzw. in Malfa aus oder »fällt einem dort die Decke auf den Kopf«? (Wir möchten nicht zwischendurch auf eine andere Insel umziehen.)

2) Findet man auf Salina und insbesondere in Malfa preiswerte und gute Möglichkeiten, abends etwas essen und trinken zu gehen und dabei in netter Umgebung draußen zu sitzen?

3) Das Hotel sollte schön gelegen sein und die Möglichkeit bieten, sich auch tagsüber länger dort aufzuhalten (Pool- oder Sonnenterrasse, »Liegewiese« etc.). Zum Schwimmen und Schnorcheln hätten wir vom Hotel aus auch gerne Meerzugang, der zu Fuß zu erreichen ist, auch mit der Möglichkeit, sich dort am Strand bzw. Ufer mal zwei oder drei Stunden aufzuhalten. Durch Internetrecherchen bei Tripadviser, Expedia usw. sind wir auf die Hotels Ravesi und Isabel Lounge in Malfa aufmerksam geworden. Kennt jemand diese (oder vergleichbare) Häuser und kann uns Näheres dazu berichten? (Das Hotel Signum kommt nicht für uns in Frage, da es leider zu teuer ist.)

4) Sind Ausflüge zu den Nachbarinseln sowie Scooter- und Bootstouren auf Salina genau so problemlos möglich wie auf Lipari?

Vielen Dank im Voraus für Ihre/Eure Antworten!

Beiträge
Rüdiger Wasser | 07.04.2010 | 11:26 Uhr | ID 84733
Re: Im Juli auf Salina?

Wenn man Salina so gar nicht kennt, könnten gleich 3 Wochen etwas mutig sein. Es gibt dort nicht das »urbane« Leben, das man auf Lipari antrifft. Vielleicht ist es im Juli trubeliger als ich es kenne, aber trotzdem.

Von allen Ortschaften auf Salina ist Malfa nach meinem Geschmack die am wenigsten attraktive. Malfa wird im Gegensatz zu Santa Marina und Rinella nicht von den Linienschiffen und Aliscafis angefahren und ist daher verkehrstechnisch etwas abgelegen. Ausserdem finde ich das Ortsbild etwas ausgefranst. Scooter (falls das diese Motoroller sind) kann man aber dort mieten, genauso wie in Santa Marina und Rinella. Immerhin gibts in Malfa einen recht schönen (Kies-)Strand, aber den gibts in den anderen Ortschaften auch, in Rinella sogar mit Sand. Wo man schnorcheln oder nicht schnorcheln kann müssen aber andere Leute beurteilen.

Die Unterkünfte kenne ich nicht, aber das ist nicht weiter verwunderlich, weil ich nur eine kenne, die liegt in Santa Marina, heißt »Mamma Santina« und ist kein Schnäppchen, schon gar nicht im Juli.

Bootstouren gibt es von Santa Marina aus, soweit ich es aber überblicken kann, auch von den anderen »Seeortschaften« mit Ausnahme von Pollara.

Weitere Infos von anderen Forenteilnehmern kommen sicherlich noch, glaubt

der Rüdiger

santamarinello | 08.04.2010 | 08:30 Uhr | ID 84760
Re: Im Juli auf Salina?

Hallo,
vom freundlichen Salinaexperten über mir ist ja das folgende Bonmot überliefert: »In Malfa möchte ich nicht tot über'm Zaun hängen«.

Das ist dann doch übertrieben. Wobei sich der Reiz Malfas nicht unmittelbar erschließt, manche suchen jahrzehntelang danach, andere finden ihn gleich. Nun gut – für mich beschränkt sich der Reiz auf die (exzellente) Pasticceria »Cosi Duci« unterhalb der Tankstelle sowie den Strand. Der richtig schön und spektakulär unterhalb des Hotels »Santa Isabel« (heißt jetzt offenbar anders?) gelegen ist. Die Beschaffenheit als »Kies« zu bezeichnen ist wiederum etwas untertrieben, man könnte auch von Wackersteinen sprechen ;-)). Aber egal, wir sind dort gerne, zum Schnorcheln ist das dort richtig gut, da glasklares Wasser sowie eine ansprechende Unterwasserwelt.

Hotel: Besagte »Mamma Santina« in Santa Marina bietet das, was ihr sucht, bis hin zu einer wirklich exzellenten original eolischen Küche. Aber da sprechen wir bei 3 Wochen im Juli natürlich von Preisen, die einem die Tränen in die Augen treiben dürften. Wobei, die Preise auf der HP sind prinzipiell verhandelbar, und bei 3 Wochen liegt da evtl. ein Rabatt drin. Nachfragen kostet nichts!

Hafen in Santa Marina – beste Verbindungen auf alle anderen Inseln. Rinella wird auch angelaufen, aber da ist das eingeschränkt. Entfernung Malfa – Santa Marina 6, 7 km, Malfa – Leni – Rinella 7 – 10 km. Es existiert ein stündlicher Busverkehr.

Ausflüge auf andere Inseln – angeboten werden sie von allen 3 Orten aus.

Ob mans aushält ... tja, wir schon, Rüdiger auch. Und das schon seit vielen, vielen Jahren und immer wieder aufs Neue!

Mal sehen, ob die neue Wiederholungstäterin Iris noch ne Idee hat ;-))

Ciao und viel Spaß auf Salina (Achtung! Salina kann das Urlaubsverhalten nachhaltig verändern – zu Risiken und Nebenwirkungen, du verstehst!)

Ciao Thomas

Iris | 08.04.2010 | 14:22 Uhr | ID 84780
Re: Im Juli auf Salina?

Haha hab schon auf die Antwort von Thomas oben gewartet.

Tja auch wir haben kein Problem es 3 Wochen auf dieser schönen Insel auszuhalten (dabei hatten wir noch nicht einmal das Vergnügen, da wir immer schon nach 2 Wochen abreisen MUSSTEN). Wir kommen dieses Jahr zum 4. Mal.

Die beiden Einträge zuvor beschreiben eigentlich alles sehr gut – schmunzeln mußte ich auch zum beim Kommentar zu Malfas Kiesstrand. Nichts desto trotz ein sehr schöner Strand. Unser Favorit sind aber die Felsen in Pollara. Das sollte man sich auf jeden Fall vorher anschauen, wenn man nur Sandstrand mag, wird es auf Salina schwierig, denn der Sandstrand von Rinella – so nah am Hafen – und so klein – also meins ist das nicht. Das machen wir höchstens einmal für die Abwechslung !

Leider sind auch wir immer in Santa Marina und kennen daher das Restaurantangebot von Malfa nicht sooo gut. Freunde von uns fahren aber schon seit vielen Jahren immer direkt nach Malfa – kann also so schlecht nicht sein. Ich kenne jetzt 2 Restaurants dort, die auch preislich ok. waren. Wirklich preiswert ist dort glaub ich gar nichts. Also das muß klar sein: so eine Auswahl wie auf Lipari gibt es auf Salina nicht; und die nicht gerade üppige Konkurrenz wirkt sich schon auf die Preise aus...

Aber schon mal überlegt in eine Ferienwohnung zu gehen und selber zu kochen??? Also nicht, dass das meine bevorzugte Reiseart ist, aber auf dieser Insel schon! Dann kann man ja auch einfach mal kalte Platte mit den köstlichen italienischen Schinken, Tomaten, Büffelmozzarella.... und und und machen. Und dann muß man nicht jeden Tag ins Restaurant. Gerade bei 3 Wochen lohnt es sich auch ein paar alltägliche Dinge zu kaufen.

Also man sollte sich jedenfalls einen fahrbaren Untersatz mieten (gibt es in beiden Häfen – allerdings nicht grad günsitg), das macht vieles einfacher. Man kann auf Salina wunderbar wandern, schnorcheln und faul sein. Oder man macht Ausflüge auf die anderen Inseln (aber das kennt Ihr ja schon). Uns geht der Tag immer viel zu schnell rum. Wir sind aber auch immer 3-4 Stunden am »Strand«.

Es ist wirklich schwierig eine Empfehlung auszusprechen, wenn man die Bedürfnisse und Interessen nicht kennt. Die beiden Hotels kenne ich im übrigen auch leider nicht.
Sorry, dass ich keine konkreteren Tipps geben kann.
LG Iris

Bastian und Sabine | 08.04.2010 | 21:09 Uhr | ID 84795
Re: Im Juli auf Salina?

Hallo, liebe Salina-Experten,
vielen Dank für Eure schnelle und kompetente Auskunft! Wir sind jetzt zu dem Schluss gekommen, dass wir lieber in Santa Marina wohnen möchten, da es zentraler und verkehrsgünstiger gelegen und auch lebendiger als Malfa ist.

Bleibt noch die Frage nach Unterkunft und Verpflegung: Am reizvollsten erscheint uns das (leider nicht billige) Hotel Mamma Santina. Wir wissen jedoch nicht, ob es in Santa Marina (genügend) Restaurants, Pizzerien oder Trattorien gibt, wo man abends preiswert und gut essen kann. Macht es daher Sinn, das Mamma Santina ohne Halbpension zu buchen, einzig und allein, um den Geldbeutel zu schonen, oder sind die Restaurants im Ort ähnlich teuer, so dass sich doch die Halbpension empfiehlt?
Nach unserer Erfahrung ist das Halbpensionsessen in den Hotels meist wesentlich schlechter als die dort angebotenen À-la-carte-Gerichte, macht das Mamma Santina da eine Ausnahme?

Über entsprechende »kulinarische« Rückmeldungen aus der »Salina-Gemeinde« würden wir uns sehr freuen.

Tanti saluti
Bastian und Sabine

Iris | 10.04.2010 | 10:45 Uhr | ID 84827
Re: Im Juli auf Salina?

Hallo,

zwei Dinge vorneweg:
1) Ich kenne nicht das HP-Essen der Mamma Santina nicht und
2) für MEIN Empfinden und für MEINEN Geldbeutel gibt es in diesem Ort nicht wirklich preiswertes Essen. Aber das empfindet ja jeder anders, daher hier ein paar Beispiele:

Wir haben schon mehrmals in der Mamma Santina à la carte gegessen und das Essen dort ist wirklich lecker. Ob das bei HP anders ist, muss jemand anderes beantworten. Hier eine Preisvorstellung:
Wir hatten meist 1 Vorspeise zu zweit, 2 Hauptgänge, 1 Nachspeise zu zweit, 1 Flasche Wein, 1 Flasche Wasser, viell. 1 Bier, 2 Espresso und 2 Malvasia. Dafür haben wir in der Regel zwischen 80,-- und 90,-- Euro bezahlt. Das ist nach meinem Empfinden schon recht teuer. Aber da das Essen dort sehr gut ist haben wir das gerne bezahlt. Und natürlich auch weil wir das nicht jeden Abend gemacht haben.
Noch etwas: Das Mamma Santina hat keine Karte. Es wird einem erzählt, was es am jeweiligen Abend zu essen gibt. Daher weiß man auch nicht konkret, was die einzelnen Speisen kosten.
Ähnliches haben wir einer schicken Bar/Restaurant in Hafennähe erlebt (›Nni Lausta). Da haben wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dieser Eigenart gemacht, dass einem die Speisen nur mündlich vorgetragen werden. Man weiß dann nur welche Preiskategorie Vor- und Hauptspeise haben. Auch hier haben wir ca. 80 Euro gelöhnt – aber für weit weniger als beim Mamma Santina da wir hier auf Nachspeise, Espresso und Malvasia verzichtet haben.

Danach war schnell klar: Hier kochen wir auch selber.

Inzwischen 2 Jahre später gibt es oberhalb der Mamma Santina auch eine Pizzeria. Dort kann man dann etwas günstiger essen aber z.B. gibt es dort den Wein auch nur flaschenweise.

Dann gibt es am Hafen ein Restaurant (Cambusa glaub ich) Das würde ich jetzt als eher günstig im Verhältnis einstufen. Sehr viel mehr haben wir dann nicht ausprobiert, da wir lieber auf unserer Terrasse gegessen haben, oder wir haben Freunde in Malfa besucht und dort gegessen.

Es gibt aber noch mehr, als die von mir genannten Restaurants!!! Nur da waren wir noch nicht.

Das hat jetzt vielleicht etwas einen Überblick verschafft, ob sich HP lohnt oder nicht. Mehr Abwechslung hat man natürlich ohne.

LG Iris

santamarinello | 10.04.2010 | 16:57 Uhr | ID 84835
Re: Im Juli auf Salina?

Ergänzend noch der Hinweis, dass in der Mamma Santina kein Unterschied zwischen Halbpensions-Essensgästen und anderen gemacht wird – man hat generell die Auswahl aus dem gesamten Sortiment. Die Bilder auf der Hompage sind nicht »schönfotografiert«, das Essen ist wirklich prima. Wenn wir an den »insalala di polipo eoliana« oder das excellente »coniglio alla mamma« denken, kommen wir ins Träumen.... auf der anderen Seite freuen wir uns auch samstags über ein frisch gegrilltes Hähnchen vom Metzger oder einen Grillabend mit Fleischspießchen oder Fisch auf unserer Terrasse oder mit unserer Nachbarin Iris oder wenn der Rüdiger zum Überraschungsbesuch kommt .....

Im letzten Jahr gabs noch die Pizzeria »Mare e Luna« in Santa Marina (Iris erinnert sich bestimmt!), wo man extrem nett sitzt und ebenso beste neapolitanische Pizza bekommt, Gerüchten zufolge soll die dieses Jahr leider nicht aufmachen, was aber noch zu bestätigen wäre. Zum sehr günstigen sattwerden: Ein »Pane Cunzatu«, also ein sehr reichlich belegtes Fladenbrot bei »Alfredo« in Lingua (2 km ab Santa Marina) – da isst man sich für für ein paar Euro wirklich pappsatt – und schmecken tuts auch noch.

Ein wirklich gutes Restaurant ist das »Delfino« in Lingua, das der Mamma Santina nicht viel nachsteht – Preisniveau ist natürlich überall gleich, das muss einem auf Salina einfach klar sein – das Inselparadies für Eingeweihte (wie sind heuer seit 16 Jahren dort, Rüdigers Inselhistorie reicht nocht weiter zurück) hat einfach seinen Preis. So wie sich die Touristen in den letzten 20 Jahren vermehrt haben, so haben sich auch die Preise leider vervielfacht. Nichts desto trotz bleibt Salina für uns die »Isola piu bella del mondo«.

Klärt die Halbpension einfach vor Ort, wenn Ihr Euch selbst ein Bild gemacht habt.

Ciao Martina und Thomas

Bastian | 13.04.2010 | 13:13 Uhr | ID 84932
Re: Im Juli auf Salina?

Hallo,
herzlichen Dank für Eure tollen Infos zu Salina!
Wir überlegen jetzt, ob wir anstelle eines Hotels eine Ferienwohnung in Santa Marina mieten sollten. (Die Hotelpreise in der Hochsaison treiben uns jetzt doch die Tränen in die Augen!) Wie wir gelesen haben, habt Ihr gute Erfahrungen damit gemacht.
Hat noch jemand von Euch einen Tipp für eine ensprechende FeWo in Santa Marina? (Auf der Homepage vom Hotel »Mamma Santina« haben wir gesehen, dass das Hotel auch FeWo vermittelt, da werden wir auch mal anfragen.) Über eine Empfehlung von Euch würden wir uns sehr freuen!

Tanti saluti
Bastian

santamarinello | 13.04.2010 | 14:44 Uhr | ID 84935
Re: Im Juli auf Salina?

Fragt ruhig mal über die »Mamma Santina« nach. Wir waren jahrelang dort Gast und haben dann »unsere Wohnung« in gewisser Weise auch über Mario erhalten. Die Vermieter sprechen nur italienisch, wenn Ihr das könnt, können wir Euch bei Bedarf auch eine Telefonnummer mailen. Allerdings:
Juli/August sind Wohnungen auf den Inseln meistens durch Italiener schon langristig gebucht und die Preise klettern wie die Hotelpreise in verrrückte Höhen. Da wir in diesen Monaten nie auf den Inseln sind, können wir aber dazu nichts Genaues sagen. Außerdem müßt Ihr wissen, dass es sich bei Ferienwohnungen auf diesen Inselchen oft ähnlich verhält wie in den Restaurants, wo es, wie Iris beschrieben hat, oft keine Speisekarten mit Preisen gibt....Wenn man sowas wie einen Mietvertrag sicher in Händen halten will, muss man die Wohnungen von Schweizern oder Deutschen mieten. Da gibt es unseres Wissens sehr schöne, aber auch sehr teure in Lingua. In den letzten Jahren war auch Petra Kempf von www.forza-fortuna.eu ein Grant für gute Ferienwohnungsvermittlung auf den Inseln. Aber Petra hat wohl ihre Zelte auf den Inseln abgebrochen, wir wissen es nicht so genau.

Bastian | 08.06.2011 | 18:39 Uhr | ID 91201
Re: Im Juli auf Salina?

Salina-Reise-Feedback

Im vergangenen Jahr erhielten wir hier im Forum ein paar sehr nützliche Tipps für unsere dreiwöchige Salina-Reise im Juli/August 2010. Deswegen möchten wir an dieser Stelle ein etwas verspätetes Feedback zu unserem Urlaub geben.
Nach Abwägung Eurer Ratschläge haben wir uns bzgl. der Unterkunft für die »Hotel-Variante« entschieden und – trotz der Skepsis eines Forenteilnehmers – als Standort das kleine Dorf Malfa (Stichwort: »tot über'm Zaun«) gewählt.:-)
Unsere dortige Unterkunft, das Hotel »Ravesi«- ein umgebauter, modernisierter äolischer Weiler mit 14 Zimmern, verteilt auf mehrere Gebäude – war für unseren Geschmack ein absoluter Volltreffer. Von der traumhaften Lage hoch über dem Meer (mit Blick in die Ferne auf Stromboli und Panarea), einem kleinen Pool (auf den Eolies ja nicht so oft anzutreffen), einfachen, wirklich authentisch eingerichteten Zimmern und der sehr zuvorkommenden und gleichfalls diskreten Besitzerfamilie waren wir begeistert.
Allein, die Möglichkeit eines Abendessens gibt es hier nicht – das scheint sich für ein Hotel dieser Größe nicht zu rentieren -, so dass wir in einer Reihe verschiedener Lokalitäten gegessen haben: Von einer einfachen »tavola calda«, direkt gegenüber unserer Unterkunft gelegen, bis hin zum recht teuren, aber sehr zu empfehlenden Ristorante »Portobello« in Santa Marina, bietet Salina kulinarisch gesehen viel Abwechslung. Ein kleiner Tipp: Im kleinen Ort Valdichiesa, zwischen Malfa und Leni , haben wir in der unscheinbaren Pizzeria »Il Ciclope« – auf den ersten Blick sehr einfach und nicht sehr einladend, aber von den Einheimischen um so mehr geschätzt – mit Abstand die beste Pizza auf den Inseln gegessen, wirklich sensationell!
Zurück zu Malfa: Wie schon vom Salina-Kenner Rüdiger im Forum beschrieben, ist Malfa wirklich nicht gerade der Nabel der Welt. Es wirkt sehr nostalgisch um nicht zu sagen extrem verschlafen – blühendes Leben sieht anders aus! Mit zwei Scooterverleihern (unbedingt Preise vergleichen, da sehr unterschiedlich und verhandelbar!), einer Tankstelle, einem gut sortierten Supermarkt, verschiedenen Restaurants und nicht zuletzt einer schönen Badebucht (Kies- bzw. Felsenstrand) mit kristallklarem Wasser unterhalb des Hotels »Isabel Lounge« erfüllt Malfa dennoch die logistischen und touristischen Anforderungen eines Urlaubsziels. Malfa ist ein Ort, dessen Charakter sich nicht auf den ersten Blick erschließt, es braucht eine gewisse Zeit, sein spezifisches Flair zu entdecken. So haben wir bei unserem längeren Aufenthalt die ruhige Gelassenheit und freundliche Stimmung, die das Dorf mit seiner allabendlich gut besuchten Piazza, dem »Ortszentrum«, ausstrahlt, nach und nach zu schätzen gelernt.
Überhaupt sind die gesamten Eolies nach unserer Erfahrung auch in der Haupsaison noch immer ein Refugium der Ruhe, man spürt, besonders auf Salina, dass der Tourismus nicht die erste Geige spielt. Die Inseln waren auch im August nicht überlaufen, kein Vergleich mit dem italienischen Festland, Spanien oder Frankreich. Man kann nur hoffen, dass die etwas aufwendigere Anreise den Pauschaltourismus weiterhin davon abhält, die Inseln mit Urlaubern zu überschwemmen…
Dennoch: Obwohl wir uns in der traumhaft schönen Unterkunft des Hotel »Ravesi« sehr wohl gefühlt haben, würden wir bei einem nochmaligen Salina-Aufenthalt das lebhaftere Santa Marina gegenüber dem etwas abgeschieden gelegenen Malfa bevorzugen (wie es uns hier im Forum ja auch empfohlen wurde). Aufgrund der Tatsache, dass in Santa Marina die Aliscafi und Fähren anlegen, ist dieser Ort doch etwas quirliger, und man hat eben eine schnelle Verbindung zu den Nachbarinseln, die bei einem längeren Aufenthalt für Abwechslung sorgen. Auch wettertechnisch gesehen bietet Santa Marina Vorteile: Im Gegensatz zu Malfa, wo es abends auch im Hochsommer recht frisch werden kann und auch kleine Regenschauer möglich sind, hält sich die Wärme in Santa Marina bis in die späte Nacht: Dort kann man Pullover und lange Hose im Koffer lassen.
Unser Fazit: Immer wieder! Salina ist auch für einen längeren Urlaub in der Hauptsaison absolut zu empfehlen. Dies gilt auch für die Hauptinsel Lipari, auf der wir im Jahr vorher geurlaubt haben. Für uns sind die Eolies die schönsten Inseln des Mittelmeers!
Auch wir werden sicher zu Wiederholungstätern in Sachen Liparische Inseln, allerdings nicht in diesem Jahr. So steuern wir in diesem Sommer die Amalfi-Küste an und sind gespannt, nach wie vielen Tagen wir uns auf die Eolies zurücksehnen… :-)

Tanti saluti,

Bastian u. Sabine

Rüdiger Wasser | 09.06.2011 | 10:03 Uhr | ID 91204
Re: Im Juli auf Salina?

Allora, wir sind vor einigen Tagen aus Salina zurückgekommen. Dortselbst trafen wir 2 Pärchen aus D, die ebenfalls im Revesi waren und davon ebenfalls ganz angetan waren. Wir haben aber nur eine diskrete Aussenbesichtigung vorgenommen. Die Anlage ist ja im typisch eolanischen Stil gebaut und ist insofern natürlich schön.

Klar, der Tourismus auf den Inseln ist vermutlich nicht mit den Rennstrecken an den diversen Costas in Spanien zu vergleichen, aber z.B. die Mamma Santina in Santa Marina war jetzt Anfang Juni komplett ausgebucht, alle 17 Zimmer.
Nach Santa Marina kommen wohl sehr viele Sizilianer und Calabresen, wenn auch oft nur wenige Tage. Die haben ja nicht so eine komplizierte Anreise wie wir. Wenn wir vom Flugzeug auf die Inseln blicken freuen wir uns ja schon, dass es von nun an nur noch 6 Stunden dauert, bis wir am Ziel sind.

Vielleicht, nein: wahrscheinlich, besteht auch im Juli und August ein Unterschied zwischen Malfa und Santa Marina. Jedenfalls erinnere ich mich an eine Unterhaltug mit Mario, dem Besitzer der Mamma Santina, in der es darum ging, wie oft (sehr oft) und in welchen Monaten wir schon da waren:

Mario: Wart ihr schon mal im Juli oder August da?
Rüdiger: Weiss ich nicht mehr so genau.
Mario: Also nicht, denn das wüsstet Ihr.

Im Übrigen kann es auch in Santa Marina regnen ;-)) und ich habe immer gedacht, dass dies der kühlste aller Orte auf Salina sei, weil die Sonne schon sehr früh hinter dem Monte Fossa verschwindet. Gegen 18 Uhr war das jetzt, vielleicht sogar noch etwas eher.

Was wir aber festgestellt haben ist dies: Der Bäcker in Malfa ist deutlich besser als der in Santa Marina.

Ich gebe Euch an der Amalfi-Küste, so schön sie auch sei, max. 4 Tage, bis Ihr Euch nach Salina wünscht.

Einen schönen Urlaub wünscht Euch

der Rüdiger

Martina | 09.06.2011 | 14:26 Uhr | ID 91207
Re: Im Juli auf Salina?

Bzgl. des Bäckers sollten der Rüdiger und ich mal noch in eine tiefere Diskussion einsteigen. Auch wenn der Bäcker in Malfa so nen schönen Namen wie »Pane & Amore« oder »Fantasia & Amore« oder wie auch immer hat, ist für uns der Bäcker in Santa Marina die absolute Nr. 1! Liegt aber wahrscheinlich am täglichen Plausch mit der Bäckersfrau, der in vielen Jahren Salina zum festen Urlaubstagsritual wurde.....

Aber dafür sind wir uns temperaturmäßig einig. Man braucht in Santa Marina doch früher nen Pulli und deshalb zieht es uns dann am späten Nachmittag nach Lingua, um noch ein paar Sonnenstrahlen zu sammeln.

Aber generell gilt: am Schönsten ist es im Mai/Juni und Mitte/Ende September. Ich habe noch nie so gefroren wie im April auf Salina und im Juli/August ist es uns zu heiß und zu voll.

Saluti
von Martina

santamarinello | 09.06.2011 | 14:48 Uhr | ID 91208
Re: Im Juli auf Salina?

Ich gebe meinen Vorschreibern in allem Recht, meine jedoch dass der Bäcker in Malfa »Amore e Fantasia« heißt. Ist aber jetzt nicht wirklich essentiell ;-))

Danke auch für das Feedback von Bastian und Sabine, es scheint so als hätte die Insel weitere Liebhaber gefunden!

P.S.: Der Rüdiger war doch schon seit Jahrzehnten nicht mehr im Sommer auf Salina??

P.P.S.: Da das »Porto Bello« in Santa Marina erwähnt wurde – sehr gut gespeist habe ich auch schon im »Delfino« zu Lingua. Ist aber schon ein paar Tage her – da der Eigentümer aber immer noch derselbe ist, zumindest war ers im letzten Jahr noch, besteht die Aussicht dass es da immer noch recht ordentlich ist.

Rüdiger Wasser | 09.06.2011 | 15:30 Uhr | ID 91211
Re: Im Juli auf Salina?

@ Martina (D.?)
Eigentlich ging es mir ausschließlich um die Qualität der Backwaren, vor allem des Brotes.

Die Bäckersfrau in Santa Marina ist mal mehr und mal weniger gesprächsbereit (zu uns), hat sich aber mal vor Lachen ausgschüttelt, als wir pitschnass (Regenguss (!) auf dem Weg zurück von Lingua) am Laden vorbeitrotteten.

@Santamarinello
Wir waren noch nie im Sommer (Juli/August) da, hoffentlich habe ich mich nicht unscharf ausgedrückt (?).

Halt! Stimmt nicht ganz. Am 6. und 7 Juli 1985 sind haben wir mit dem Schiff nach bzw. von Stromboli in Salina angelegt, sind aber nicht ausgestiegen.

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