| Re: Im Juli auf Salina? Salina-Reise-Feedback
Im vergangenen Jahr erhielten wir hier im Forum ein paar sehr nützliche Tipps für unsere dreiwöchige Salina-Reise im Juli/August 2010. Deswegen möchten wir an dieser Stelle ein etwas verspätetes Feedback zu unserem Urlaub geben. Nach Abwägung Eurer Ratschläge haben wir uns bzgl. der Unterkunft für die »Hotel-Variante« entschieden und – trotz der Skepsis eines Forenteilnehmers – als Standort das kleine Dorf Malfa (Stichwort: »tot über'm Zaun«) gewählt.:-) Unsere dortige Unterkunft, das Hotel »Ravesi«- ein umgebauter, modernisierter äolischer Weiler mit 14 Zimmern, verteilt auf mehrere Gebäude – war für unseren Geschmack ein absoluter Volltreffer. Von der traumhaften Lage hoch über dem Meer (mit Blick in die Ferne auf Stromboli und Panarea), einem kleinen Pool (auf den Eolies ja nicht so oft anzutreffen), einfachen, wirklich authentisch eingerichteten Zimmern und der sehr zuvorkommenden und gleichfalls diskreten Besitzerfamilie waren wir begeistert. Allein, die Möglichkeit eines Abendessens gibt es hier nicht – das scheint sich für ein Hotel dieser Größe nicht zu rentieren -, so dass wir in einer Reihe verschiedener Lokalitäten gegessen haben: Von einer einfachen »tavola calda«, direkt gegenüber unserer Unterkunft gelegen, bis hin zum recht teuren, aber sehr zu empfehlenden Ristorante »Portobello« in Santa Marina, bietet Salina kulinarisch gesehen viel Abwechslung. Ein kleiner Tipp: Im kleinen Ort Valdichiesa, zwischen Malfa und Leni , haben wir in der unscheinbaren Pizzeria »Il Ciclope« – auf den ersten Blick sehr einfach und nicht sehr einladend, aber von den Einheimischen um so mehr geschätzt – mit Abstand die beste Pizza auf den Inseln gegessen, wirklich sensationell! Zurück zu Malfa: Wie schon vom Salina-Kenner Rüdiger im Forum beschrieben, ist Malfa wirklich nicht gerade der Nabel der Welt. Es wirkt sehr nostalgisch um nicht zu sagen extrem verschlafen – blühendes Leben sieht anders aus! Mit zwei Scooterverleihern (unbedingt Preise vergleichen, da sehr unterschiedlich und verhandelbar!), einer Tankstelle, einem gut sortierten Supermarkt, verschiedenen Restaurants und nicht zuletzt einer schönen Badebucht (Kies- bzw. Felsenstrand) mit kristallklarem Wasser unterhalb des Hotels »Isabel Lounge« erfüllt Malfa dennoch die logistischen und touristischen Anforderungen eines Urlaubsziels. Malfa ist ein Ort, dessen Charakter sich nicht auf den ersten Blick erschließt, es braucht eine gewisse Zeit, sein spezifisches Flair zu entdecken. So haben wir bei unserem längeren Aufenthalt die ruhige Gelassenheit und freundliche Stimmung, die das Dorf mit seiner allabendlich gut besuchten Piazza, dem »Ortszentrum«, ausstrahlt, nach und nach zu schätzen gelernt. Überhaupt sind die gesamten Eolies nach unserer Erfahrung auch in der Haupsaison noch immer ein Refugium der Ruhe, man spürt, besonders auf Salina, dass der Tourismus nicht die erste Geige spielt. Die Inseln waren auch im August nicht überlaufen, kein Vergleich mit dem italienischen Festland, Spanien oder Frankreich. Man kann nur hoffen, dass die etwas aufwendigere Anreise den Pauschaltourismus weiterhin davon abhält, die Inseln mit Urlaubern zu überschwemmen… Dennoch: Obwohl wir uns in der traumhaft schönen Unterkunft des Hotel »Ravesi« sehr wohl gefühlt haben, würden wir bei einem nochmaligen Salina-Aufenthalt das lebhaftere Santa Marina gegenüber dem etwas abgeschieden gelegenen Malfa bevorzugen (wie es uns hier im Forum ja auch empfohlen wurde). Aufgrund der Tatsache, dass in Santa Marina die Aliscafi und Fähren anlegen, ist dieser Ort doch etwas quirliger, und man hat eben eine schnelle Verbindung zu den Nachbarinseln, die bei einem längeren Aufenthalt für Abwechslung sorgen. Auch wettertechnisch gesehen bietet Santa Marina Vorteile: Im Gegensatz zu Malfa, wo es abends auch im Hochsommer recht frisch werden kann und auch kleine Regenschauer möglich sind, hält sich die Wärme in Santa Marina bis in die späte Nacht: Dort kann man Pullover und lange Hose im Koffer lassen. Unser Fazit: Immer wieder! Salina ist auch für einen längeren Urlaub in der Hauptsaison absolut zu empfehlen. Dies gilt auch für die Hauptinsel Lipari, auf der wir im Jahr vorher geurlaubt haben. Für uns sind die Eolies die schönsten Inseln des Mittelmeers! Auch wir werden sicher zu Wiederholungstätern in Sachen Liparische Inseln, allerdings nicht in diesem Jahr. So steuern wir in diesem Sommer die Amalfi-Küste an und sind gespannt, nach wie vielen Tagen wir uns auf die Eolies zurücksehnen… :-)
Tanti saluti,
Bastian u. Sabine |