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Süd-Italien Forum
Thema
Monika | 14.10.2009 | 15:38 Uhr | ID 80121
unschöne Erlebnisse bei der Punta Licosa / wichtig für die Redaktion des Cilento-Führers!

Die im Reiseführer Cilento beschriebene Wanderung zur Punta Licosa kann so nicht mehr empfohlen werden. von Santa Maria di Castellabate kommend ist die Straße (strada privata) kurz vor Ogliastro mit einem hohen Eisentor, an dem zudem ein sonnenbebrillter Wächter sitzt und unfreundlich den Durchgang verweigert, abgesperrt. Bis ganz zur Küste hin findet sich ein Zaun mit Stacheldraht. Da wir keine Lust hatten, nach fast 3stündiger Wanderung ohne Einkehr in Ogliastro umzukehren, kletterten wir trotzdem darüber. Da in der Nebensaison kein Bus von Ogliastro nach Santa Maria zurückfährt, mussten wir auf dem selben Weg den Rückweg antreten. Nach erfolgloser höflicher Bitte um Durchlass und wüsten Drohungen auf der anderen Seite, überwanden wir das erste Stück auf dem Klippenweg. An einer Stelle muss man vom Küstenweg abweichen und zwangsläufig die Privatstraße benutzen. Hier wollte ein (angeblicher?) Carabinieri unsere Durchgangsberechtigung sehen, die wir natürlich nicht hatten. Nach konsequentem »Dummstellen« (no capito) unsererseits ließ er uns schließlich laufen. Seine sehr wohl verstandenen Drohungen machten aus dieser »Genusswanderung« allerdings einen Spießrutenlauf und wir waren froh, das Ende der Privatstraße unbeschadet erreicht zu haben. Die Punta Licosa liegt nicht nur im Nationalpark, sondern zählt auch zum Weltkulturerbe der Unesco. Unvorstellbar, mit welcher Rücksichtslosigkeit hier die Öffentlichkeit von einem vielfach (auch auf italienisch) beschriebenen Wanderweg verdrängt werden soll. Was steckt dahinter? Angeblich ein »Baron aus Neapel«. Was kann man dagegen unternehmen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Beiträge
Chantal Blaettler | 23.10.2009 | 11:52 Uhr | ID 80306
Re: unschöne Erlebnisse bei der Punta Licosa / wichtig für die Redaktion des Cilento-Führers!

Ich habe im Februar dieses Jahres die gleiche unschoene Erfahrung gemacht. Die Privatstrasse von Ogliastro zur Punta Licosa gehoert seit November 2007 nach ueber 40-jaehrigem Rechtsstreit wieder dem Principe di Belmonte. Dieser hatte nach Wiederinbesitznahme des Grundstueckes die Privatstrasse zunaechst gaenzlich fuer die Oeffentlichkeit gesperrt, nach diversen Interventionen auf politischer Ebene ist die Strasse nun an den Wochenenden fuer Fussgaenger begehbar. Wir mussten allerdings am Eingang des umzaeunten Grundstuecks unsere Namen hinterlegen, und unseren Hund durften wir nicht mitnehmen. Mir ist auch aufgefallen, dass diese
aeusserst wichtige Information im Cilento-Reisefuehrer, der diesen Sommer erschienen ist, mit keiner Silbe erwaehnt wird. Ich empfehle allen, die die wunderschoene Punta Licosa besuchen wollen, den Fussweg von Norden her (naemlich von Santa Maria di Castellabate via San Marco) zu nehmen.

Peter Amann | 26.10.2009 | 14:01 Uhr | ID 80392
Re: unschöne Erlebnisse bei der Punta Licosa / wichtig für die Redaktion des Cilento-Führers!

Der Bürgermeister von Castellabate ist sensibilisiert und es laufen Gespräche, die in Zukunft dazu führen könnten, dass der Principe di Belmonte von seiner rigorosen Politik wieder abrückt (zeitweise wurden von Marina d'Ogliastro aus Fußgängern außer der Registration unter Vorlage eines Lichtbildausweises auch noch 9,50 € pro Person abgeknüpft). Der von S. Marco aus empfohlene Zugang – Zugang vom Hafen im Rücken des Hotels L'Approdo – (in dieser Variante wird die Wanderung zur Punta Licosa seit mehreren Jahren im Reiseführer Cilento aktiv beschrieben) bleibt vorerst frei.

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