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Süd-Italien Forum
Thema
Fritz | 15.06.2018 | 17:36 Uhr | ID 101552
Mit der Drohne die Südküste entlang

Wer noch nicht weiß, an welchem Küstenstreifen Südsiziliens der Urlaub verbracht werden soll, kann sich ja neben dem Fußball dieses Video (1.10 h!!!) anschauen, es geht in der Nähe von Sciacca bis fast nach Marsala, immer die Küste entlang.

Eine Alternative zu Fußball, oder beides!

Beiträge
Moritz | 17.06.2018 | 12:30 Uhr | ID 101553
Re: Mit der Drohne die Südküste entlang

Kompliment, Fritz!
Du bist ein richtiger Suchfuchs und natürlich Findefuchs.
Ich habe mir den ersten Teil angesehen und (bisher) einen Teil des zweiten Films, der sich anschließt. Wie immer beim Fliegen, braucht man eine gute Orientierung. Ich habe leider meine Michelin-Karte von Sizilien dort verschenkt, übrigens an eine Sizilianerin, die von der Geographie der Insel wenig Kenntnisse hat. Traurig für eine 40jährige mit einer recht langen Ausbildung. Es fehlte der Ehrgeiz, ständig hinzuzulernen.
Ob der Film nicht eher von einem elicottero (Hubschrauber) aus gemacht worden ist? Jedenfalls bei gut gewählten Lichtverhältnissen, denn man sieht zu keiner Zeit einen Schatten des Flugobjekts auf dem Wasser oder dem Land.
Sehr gut für Studien: dort, wo das Land flach ist, wird noch Landwirtschaft betrieben. An den vielen schönen Stränden zahlreiche Menschen, aber keinesfalls überlaufen und nicht viele im Wasser. Viele ältere Sizilianer können nicht schwimmen (einschließlich der Fischer).
Boote über Boote, aber wie überall auf der Welt vor Anker oder im Hafen (Marina). Hauptsache, man ist stolzer Besitzer.
Beachtenswert gegenüber früher (vor 50 Jahren), im welchem Umfang die Uferpartien verbaut sind; Neubauten, oft illegal, wie man weiß – und in manchen Gemeinden wird rigoros dagegen vorgegangen. Abrißverfügungen werden durchgesetzt.
Man kann sich fragen, woher das Geld für die Bauten kam, sogar bei den »Resorts«.
Eine weitere Frage ist: wo bleiben die Abwässer? Die werden ja nicht in die Berge gepumpt.
Und weiter ist interessant: angesichts der Abwanderung aus dem Süden einschließlich Siziliens mit einer Arbeitslosenrate um die 30% bei den Jüngeren, die deshalb noch oder wieder bei Papa und/oder Mama wohnen (so etwa meine inzwischen 41jährige Bekannte), wo kommen die Bewohner der Neubauten her? Es sind ja nicht alles Ferienhäuser und Hotels.

Fritz | 17.06.2018 | 19:37 Uhr | ID 101555
Wieder viele Fragen

Orientierung verloren? Links oben ist das google-Fenster, da kann man nachverfolgen, wo das UFO sich gerade befindet.
Wo bleibt das Abwasser? Der Boden ist sehr durchlässig und ein gutes Filtermaterial.
Ein Badeverbot habe ich zufällig auf der Rückfahrt zwischen Licata und Gela beim Castello di Falconara gesehen.
Die Ursache kenne ich nicht. Liegt die Schuld bei Gela, dem Hotel im Castello oder den beiden Campingplätzen westlich davon? Die Wochenendvillen neben dem Castello sahen auf jeden Fall verkommen aus.
Wer wohnt in den Neubauten? Oft niemand, weil das Geld ausgegangen ist, oder das Haus ist nicht fertig, so muß man wohl wie in Griechenland noch keine Steuern dafür zahlen.

Moritz | 18.06.2018 | 12:27 Uhr | ID 101556
Wer, wie, was, warum, wer nicht fragt, bleibt...

Ja, Fritz, viele Fragen.
Wenn Cipollazzo, Puzziteddu oder Pizzolato Biscione in dem kleinen Kartenausschnitt links oben auftauchen, weiß ich nicht, wo ich bin, weril mir die Übersichtskarte fehlt. So einfach ist das. Und den Faro di Rupa Granitula kann ich auch nicht zuordnen, weil ich nicht alle Leuchttürme Siziliens kenne.
Deine Theorie mit versickerndem Abwasser stimmt nicht nur nicht, weil der felsige Boden Siziliens (mag er oft auch kalkig sein wie an den Scale dei Turchi (die übrigens auch gesperrt sind)) kaum durchlässig ist und außerdem die Normen das nicht zulassen. Vielmehr gibt es schon Abwasserrohre Richtung Meer, aber oft defekte Leitungen und Kläranlagen. Das ist ein ständiges Thema im Giornale di Sicilia, den/das ich täglich lese.

gds.it sehr zu empfehlen für einen Alltagseinblick.

Der von Dir beobachtete gesperrte Badestrand ist nicht der einzige, Dutzende, insbesondere an der Südküste, sind gesperrt wegen zu hohen Keimeintrags. In manchen Hafenstädten kann man die wenig geklärte Brühe vom Ufer aus stagnieren sehen und noch viel besser riechen.

Fritz | 18.06.2018 | 22:40 Uhr | ID 101557
Kleine Navigationskunde

Den Kartenausschnitt kannst du leicht verändern. Klicke mal rechts unten auf das Minus-Zeichen, dann siehst du immer mehr von Sizilien, schließlich ganz Sizilien und sogar Süditalien und Griechenland. Das Rotorblatt bleibt immer sichtbar, so daß du sehen kannst, in welche Gegend du schaust. Auch genügt ein Klick auf einen anderen Küstenstreifen, und du bist bei Palermo oder was du anschauen möchtest. Mit dem +Button zoomst du dich wieder an den Gegenstand der Begierde an.
Zur Wasserdurchlässigkeit des felsigen Bodens weiß ich nur, daß es auf Sizilien sehr viele Höhlen gibt (und das Wasser also auch irgendwo wieder gesiebt und gesäubert herauskommt). Zu den Normen fällt mir nur ein, daß alle Abwässer unseres Hauses vor 50 Jahren in eine Jauchegrube geleitet wurden, und im Winter wurde die Grube geleert und alles im Garten verteilt. Alle meine 5 Geschwister leben noch und erfreuen sich bester Gesundheit. Wahrscheinlich waren unsere Fäkalien aber noch naturbelassen und kein Sondermüll.
Zur Scala dei Turchi: Das Begehen des Felsens ist verboten, man darf sich weder von der Wasserseite noch vom Strand her nähern. Ich war im April dort und habe zufälligerweise ein Foto gemacht. Es wird auf ein Dekret No 45 vom 16/12/2017 von Realmonte verwiesen, Strafe zwischen 100 und 1000 Euro bei Nichtbeachten. Vielleicht könntest du mal nachfragen, was der Grund ist.
Ich kann leider kein italienisch.
Das Mittelmeer wird leider auch zugemüllt, hauptsächlich sind die türkischen Strände betroffen. Das soll aber keine Entschuldigung für Sizilien sein, wo man wirklich noch tolle und saubere Strände findet.

Moritz | 19.06.2018 | 23:05 Uhr | ID 101558
Die üblichen Wandalen oder »sanfter Tourismus«

Die Scala dei Turchi, schreibt sich tatsächlich in der Einzahl, besteht aus weißem Kalkstein, der sehr brüchig ist und von vielem Touristengetrampel so mitgenommen, daß in letzter Zeit Abbrüche beobachet wurden. Zur Sicherheit wurde der Zugang untersagt. Das hinderte eine flotte französische Kleinfamilie mit vierjährigem Kind letzte Woche nicht, dort hochzusteigen und von da aus weiter kraxelnd der Landstraße entgegenzustreben. Das mißlang, doch zufällig hörte ein Bewohner von REALMONTE ihre kläglichen Hilferufe. Hier der Bericht mit Video.
http://agrigento.gds.it/2018/06/11/scala-dei-turchi-un-uomo-di-realmonte-salva-tre-turisti-francesi_866711/

Fritz | 20.06.2018 | 06:32 Uhr | ID 101559
So viel Unvernunft auf einmal

Ein vierjähriges Kind da mitzunehmen ... ich schüttele nur mit dem Kopf. Danke für die Info wegen der Sperrung. Diesen Grund hatte ich auch vermutet.
An der Mündung des Platani-Flusses, nicht weit weg von diesen Treppen, ist das Baden nun ebenfalls verboten. Als ich am 15.4. dort stand, war das Verbotsschild noch nicht vorhanden. Von der Entscheidung bis zur Realisierung vergehen auch immer einige Tage, ist aber verständlich.
Dieses Verbot zeigt aber auch, daß das kleine Flüßchen, immerhin über 100 km lang, doch aus dem Inland fragwürdige Substanzen transportiert. Da verstehe ich das Badeverbot nicht, das sich nur auf 400 m beschränkt.
In einem Beitrag im Fernsehen wurde erwähnt, daß es auf Mallorca!!! nur 2 Kläranlagen gibt!!!
Gibt es eigentlich rechtlich einen Unterschied zwischen »Badestrand« und »herrlichem Sandstrand« in der Prospektwerbung?

Verbotsschild wegen Immissionen

Fritz | 20.06.2018 | 13:27 Uhr | ID 101560
Probleme wegen Abwasser?

Wenn dieses Geisterhotel auch nicht gerade am Strand liegt, wundert mich doch, daß es gerade hier Probleme mit dem Abwasser geben soll:
Siehe Link unten.
Bin durch spiegel.de auf diese Seite gestoßen.
Oder sind die Argumente (vielleicht Baumängel?) nur vorgeschoben?

Abwasserprobleme?

Moritz | 25.06.2018 | 14:31 Uhr | ID 101562
Geisterbauten

Als frühesten Artikel über das Hotel fand ich einen englischsprachigen Text aus dem Jahr 2015. Die neueren sind sozusagen die wörtliche Übersetzung davon. Der Bau war demnach 61 Jahre zuvor, 1954, errichtet oder in Angriff genommen worden. Damals gab es noch keinen erheblichen Tourismus, neun Jahre nach dem Krieg. Vorstellbar ist, daß es mit aus den USA rückflutenden Mafiageldern errichet worden ist. Sie kannten Florida und machten gute Drogengeschäfte von Sizilien aus, geduldet von den amerikanischen Diensten, denen sie ab 1943 gegen deutsche Truppen geholfen hatten. Ein Hotel diesen Ausmaßes auf einem Felsen brauchte Kläranlagen, die es bis heute nicht gibt. Daran ist das Projekt endgültig 1996 gescheitert. Auch die Gegend von Sciacca, wo es ja liegt, ist noch heute mafia-durchsetzt. Straßenbau, Abwässer, Müllentsorgung, Zementherstellung, Solarstrom, Windstrom, Ackerbau (einschließlich der Verpackungsindustrie, z. B. Obstkisten) sind oft mafiös durchseucht. Aber der Staat kämpft vortrefflich dagegen, getragen auch von großen Teilen der Bevölkerung.
Geisterbauten gibt es überall in Sizilien, vor allem seit der Krise 2008 stehen viele unvollendete Bauruinen, gut sichtbar, wenn man über Land fährt.

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